Ob Schlüssel wegbringen oder die Zeitung holen – Apportieren ist ein toller Trick für jeden Hund

Apportieren ist ein Kommando, welches gesunde Hunde ohne ein langwieriges Training lernen können. Sie haben einen inneren Trieb, der noch daher herrührt, dass sie früher ihre Beute von einem Ort an den anderen bringen mussten. Die meisten Hunde sind zudem neugierig und verspielt, weshalb die Bedingungen für das Apportieren optimal sind. Wenn du mit deinem Hund apportierst, förderst du damit seine Konzentration, Gehorsamkeit und körperliche Verfassung. Deshalb ist das Apportieren eine sinnvolle und doch spaßige Beschäftigung, der du mit deinem Vierbeiner nachgehen kannst.

Warum alle Hunde apportieren lernen sollten

Hunde haben einen Bewegungsdrang, dem sie täglich nachgehen müssen. Nur wenn sie sich regelmäßig an der frischen Luft austoben, sind sie langfristig glücklich und gesund. Am meisten Spaß macht es Hunden, Aktivitäten mit ihrem Herrchen nachzugehen. Als Rudeltiere haben sie einen hohen Gemeinschaftssinn und sind ungern allein. Umso wichtiger ist es, dass du eine gute Bindung zu deinem Hund aufbaust. Durch das Apportieren bekommst du ein Gefühl für die Kommunikation mit deinem Vierbeiner. Ihr verbringt dabei gemeinsam Zeit und habt Spaß miteinander. Beim Apportieren kannst du sowohl den Geist als auch den Körper deines Hundes herausfordern. Er muss sich nicht nur bewegen, sondern auch Konzentration an den Tag legen. Ein solches Training führt dazu, dass dein Vierbeiner ausgeglichener und ruhiger wird.

Jagdhunde haben am Apportieren am meisten Spaß, da sie dazu herangezüchtet wurden, von einem Jäger geschossene Beute zu holen. Trotzdem eignet sich das Apportieren für jede Rasse und jedes Alter. Selbst alte Hunde können durch das Training noch gefördert werden, ohne sich dabei zu überanstrengen. In diesem Fall darfst du das Apportel nicht allzu weit weglegen. Alternativ kannst du aus dem Apportieren auch ein mental anspruchsvolles Suchspiel machen.

Wie du deinem Hund apportieren beibringst

Der Bringtrieb der meisten Hunde führt bei vielen Tieren dazu, dass sie Gegenstände ohne vorheriges Training apportieren. Trotzdem gibt es auch Vierbeiner, die nur bedingt Lust darauf haben. In diesem Fall kannst du wie so oft auch mit Futter locken.

Beginne damit, den zu apportierenden Gegenstand vor deinen Hund zu legen. Das kann zum Beispiel ein Dummy, ein Futterbeutel oder ein Spielzeug sein. Wenn dein Vierbeiner dieses sogenannte Apportel aufnimmt, lobst du ihn. Anschließend nimmst du den Gegenstand wieder an dich, während du einen Befehl wie „Aus“ gibst. Wenn dein Hund nicht gegen dich ankämpft, kannst du ihn mit einem Leckerli belohnen. Im nächsten Schritt legst du das Apportel vor deinen Vierbeiner und entfernst dich dann ein paar Meter davon. Nachdem dein Hund es dir gebracht hat, gibst du ihm erneut ein Leckerli und lobst ihn. Erst sobald er diese Übungen gut beherrscht, kannst du das Apportel werfen. Besonders fordernd ist es, wenn du deinen Hund dabei zum Sitzen oder Bleiben aufforderst. Danach gibst du ihm den Befehl, das Apportel zu dir zurückzubringen. Das Ziel sollte es sein, dass dein Vierbeiner den apportierten Gegenstand vor dir ablegt oder ihn dir sogar in die Hand gibt. Reiße ihm das Apportel nicht einfach aus dem Maul, sondern lobe ihn erstmal für das erfolgreiche Apportieren. Gerade bei jungen Hunden und Welpen solltest du das Training schon nach wenigen Minuten beenden. Gemäß dem Sprichwort „man soll aufhören, wenn es am schönsten ist“ darfst du deinen Hund beim Apportieren nicht überstrapazieren. Schließlich möchtest du nicht, dass das Spiel zu einer erschöpfenden Pflicht wird.

Vorsicht beim Apportieren von Stöcken

Der Begriff „Stöckchen holen“ ist ein regelrechter Klassiker, der sogar im Volksmund oft als Synonym für das Apportieren genutzt wird. Auf den ersten Blick bietet sich ein Stock auch wunderbar als Apportel an. Nicht immer hat man beim Spazieren ein Spielzeug oder einen Dummy dabei. Stöcke hingegen gibt es draußen zur Genüge. Trotzdem wollen wir dich darum bitten, deinen Hund keine Stöcke apportieren zu lassen. Dabei besteht nämlich ein hohes Verletzungsrisiko. Beim Transport kann der Stock Schäden im Mund- und Rachenbereich deines Hundes anrichten. Zudem besteht die Möglichkeit, dass der Stock nach deinem Wurf aufgerichtet im Boden stecken bleibt und dein Vierbeiner voller Enthusiasmus hineinrennt. Dabei können ernsthafte und sogar lebensbedrohliche Verletzungen entstehen. Benutze deshalb lieber einen Dummy, ein Spielzeug oder einen motivationsfördernden Futterbeutel, wenn du deinen Hund apportieren lässt.