Hund im Büro – Klappt das?

Hunde sind gesellige Tiere, die für ein glückliches Leben viel Aufmerksamkeit und gemeinschaftliche Beschäftigungen brauchen. Gerade alleinstehende Hundebesitzer haben oft Probleme dabei, neben einem Vollzeitjob ausreichend Zeit für ihren Vierbeiner zu finden. Auch ohne Überstunden und zeitintensive Projekte muss jemand gefunden werden, der mit dem Hund Gassi geht, wenn sein Herrchen außer Haus ist.

Viele Halter nehmen ihren Hund mit in ihr Büro, damit er sich unter der Woche nicht einsam oder vernachlässigt fühlt. Heutzutage zeigen viele Unternehmen bei dieser Vorgehensweise großes Verständnis. Tatsächlich belegen sogar einige Studien, dass durch Hunde im Büro das Arbeitsklima verbessert wird. Nicht nur die Stimmung und Motivation werden von der Anwesenheit eines Vierbeiners positiv beeinflusst, sondern es senkt sich auch nachweislich das Stresslevel der Mitarbeiter.

Einverständnis einholen

Obwohl immer mehr Unternehmen Hunde im Büro akzeptieren, solltest du dieses Privileg nicht als selbstverständlich annehmen. Rede stattdessen persönlich mit deinem Chef und lass ihn die Erlaubnis womöglich sogar vertraglich festhalten.
Du musst außerdem damit rechnen, eine Hundehaftpflichtversicherung für deinen Vierbeiner abzuschließen, falls du nicht bereits eine hast. Viele Arbeitgeber wollen eine Garantie dafür, dass sie für potenziell von deinem Hund verursachte Schäden nicht finanziell aufkommen müssen.

Nach dem Gang zum Arbeitgeber solltest du deine Kollegen aufsuchen. Auch sie haben das Recht, in dieser Entscheidung ihre Meinung zu äußern. Möglicherweise ist unter ihnen jemand mit einer Hundehaarallergie oder einer panischen Angst vor Hunden. Das ist zwar ärgerlich, aber auf ein mögliches Scheitern deines Vorhabens musst du vorbereitet sein. Achte darauf, deinen Ärger nicht an den Betroffenen auszulassen, die auf ihre Krankheiten oder Ängste keinen Einfluss haben.

Ruheplatz für den Hund im Büro schaffen

Ebenso wie der Großteil aller Angestellten einen festen Arbeitsplatz hat, braucht auch dein Hund im Büro einen zugewiesenen Ruheplatz, an den er sich gewöhnen kann. Im Idealfall befindet sich an diesem Platz eine gemütliche Hundedecke, ein Körbchen oder eine offene Transportbox, mit der dein Hund bereits vertraut ist. Durch den bekannten Geruch verknüpft er diesen Platz mit seinem Zuhause und fühlt sich sofort wohl.
Der ausgewählte Platz soll deinem Hund im Büro als Ruheort dienen. Für ihn bedeutet der Arbeitsalltag mit den vielen fremden Menschen, dem neuen Umfeld und den unbekannten Geräuschen viel Stress. Durch einen Rückzugsort verhinderst du, dass dein Vierbeiner sich überfordert oder bedrängt fühlt. An diesem Platz sollten sich außerdem der Wasser- und möglicherweise auch ein Futternapf befinden.
Informiere hinsichtlich des Rückzugsortes auch deine Arbeitskollegen und weise sie dazu an, deinem Hund seinen Freiraum zu lassen, solange er nicht freiwillig auf sie zukommt. Zudem sollten auch die Themen Leckerlis und aufputschende Spielereien vorher mit den Kollegen abgesprochen werden.

Erziehung eines Hundes im Büro

Einen unerzogenen Hund solltest du ins Büro gar nicht erst mitnehmen. Trotz der Hundeversicherung bist du für deinen Vierbeiner verantwortlich und musst ihn unter Kontrolle haben. Andernfalls könnte dein Hund im Büro Unruhe stiften, deine Kollegen von der Arbeit ablenken oder beim Toben versehentlich Arbeitsgeräte zerstören.
Der Charakter deines Hundes sollte harmonisch und freundlich sein. Aggressives Verhalten gegenüber deinen Kollegen oder gar einem Kunden darf selbstverständlich nicht geduldet werden. Im Büro muss dein Hund in der Lage sein, eine lange Zeit still auf seinem Platz zu verbringen, ohne die Anwesenden bei der Arbeit zu stören. Zudem wirst du nicht immer an seiner Seite sein können. Wenn du in Meetings, auf die Toilette oder in ein anderes Abteil gehst, sollte dein Vierbeiner nicht gleich in Panik geraten.

Die Mittagspause

Die Mittagspause solltest du dafür nutzen, deinem Hund eine Auszeit vom langweiligen Büroalltag zu geben. Nimm ihn mit auf einen Spaziergang und bring ihn dazu, sich richtig auszutoben. Spielzeuge können dir bei der Beschäftigung deines Hundes auf weitläufigen Parkflächen nützlich sein.
Während dein Hund im Büro viel Liegen und Sitzen muss, darf er in der Mittagspause seinen Bewegungsdrang voll ausleben.
Für deinen Vierbeiner ist die Mittagspause der beste Teil des Arbeitstages. Achte deshalb darauf, dich in dieser Zeit ganz nach seinen Bedürfnissen und Vorlieben zu richten.

Verständnis

Auch wenn es für jeden Hundebesitzer ein Traum wäre, seinen Hund im Büro bei sich zu haben, ist nicht jeder Vierbeiner charakterlich dafür geeignet. Ängstliche oder wenig stressresistente Hunde sind an unbekannten Plätzen ohne permanenten Beistand ihres Herrchens nicht gut aufgehoben. Dazu kommt die Anfahrt, die je nach Länge des Arbeitsweges und Transportmittels ebenfalls ein Stressfaktor für deinen Vierbeiner ist.
Insbesondere junge Welpen brauchen außerdem viel Aufmerksamkeit, die du ihnen während der Arbeitszeit nicht schenken kannst. Aggressive oder von Natur aus laute Hunde im Büro zu haben, stört hingegen das Arbeitsklima.
In einem solchen Fall musst du die Bedürfnisse deines Vierbeiners und deiner Kollegen über deine eigenen stellen. Obwohl es toll ist, seinen Hund im Büro zu haben, ist manchmal eine Hundesitterin die bessere Wahl.