Ist eine Tollwutimpfung notwendig?

Tollwut ist eine tödliche Krankheit, der primär fleischfressende Säugetiere unterliegen. Seit 2008 gilt Deutschland gemäß einer Erklärung der Weltgesundheitsorganisation WHO offiziell als tollwutfrei. Die Wahrscheinlichkeit, dass dein Hund an Tollwut erkrankt, ist also sehr gering. Während noch vor wenigen Jahren eine jährliche Tollwutimpfung gesetzlich angeordnet war, fragen sich heutzutage zunehmend mehr Hundebesitzer, ob diese Impfung für ihren Hund wirklich noch notwendig ist.
Wir gehen dieser Frage auf den Grund und versorgen dich mit allen wichtigen Informationen zum Thema Tollwutimpfung.

Tollwut

Zunächst einmal solltest du dich als Hundehalter damit auseinandersetzen, in welcher Form sich die Viruserkrankung Tollwut äußert und was für innerkörperliche Prozesse sie in deinem Hund auslöst. Mit diesem Hintergrundwissen kannst du dann ein eigenes Urteil bezüglich der Bedeutung der Tollwutimpfung fällen und darauf basierend entscheiden, ob du die Impfung bei deinem Hund in Betracht ziehst.

Üblicherweise wird Tollwut durch den Biss eines infizierten Tieres übertragen. Man kann sich allerdings auch durch Speichel oder Hautverletzungen infizieren. In Deutschland geht die meiste Gefahr von illegal aus dem Ausland eingewanderten Hunden oder Wildtieren wie Füchsen aus.
Bei den Erregern der Krankheit handelt es sich um sogenannte Lyssaviren, welche sich durchschnittlich nach drei bis acht Wochen von der entsprechenden Eintrittsstelle über die Nerven zum Gehirn vorgearbeitet haben. Gelegentlich treten Ausnahmen auf, bei denen die Inkubationszeit entweder wenige Tage oder mehrere Jahre lang dauert. Entscheidend dabei ist die Entfernung zwischen der Eintrittspforte des Virus und dem Gehirn. Beim Gehirn angekommen, beschädigen die Erreger das zentrale Nervensystem. Ab diesem Zeitpunkt bricht die Krankheit aus und es sind erste Symptome wahrzunehmen.
Tollwut verläuft in drei Phasen, die schlussendlich unvermeidlich im Tod des erkrankten Tieres enden. Die erste Phase wird häufig als eine geläufige Erkältung missverstanden, da sie sich durch Symptome wie Fieber, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall äußert.
Nach durchschnittlich einem Tag beginnt die zweite Phase der Krankheit, in der die klassischen Symptome der Tollwut auftreten. Ab diesem Zeitpunkt würde ein Arzt den Virus mit großer Sicherheit als solchen identifizieren, eine eindeutige Diagnose kann jedoch nur am toten Tier gestellt werden.  
Von Tollwut betroffene Hunde leiden unter starken Stimmungsschwankungen und sind völlig unberechenbar. Ihre Emotionen können von scheu und ängstlich bis aggressiv und unruhig reichen.
Sie speicheln und bellen unverhältnismäßig viel. Zudem treten bei ihnen Muskelzuckungen und Lähmungen auf, wodurch ihre Zunge heraushängt und das Maul offensteht.  
Nach ungefähr zwei bis vier Tagen geht die zweite in die letzte Phase der Tollwut über. Dabei verlieren die Hunde sichtbar an Energie und sind häufig von Krämpfen und Lähmungen betroffen. Innerhalb der nächsten drei Tage fallen sie ins Koma und sterben schließlich durch Erstickung, die durch eine Lähmung der Atemwege hervorgerufen wird.

Warum wir Fürsprecher der Tollwutimpfung sind

Bei der Tollwut handelt es sich um eine ernstzunehmende Krankheit, deren Verlauf leider selbst mit den heutigen medizinischen Möglichkeiten fast unmöglich aufgehalten werden kann. Um Deutschland vor den Lyssaviren zu schützen, gibt es eine sehr strenge Tollwutverordnung. Diese ist notwendig, da die Krankheit sowohl Tiere als auch Menschen infizieren kann und dabei beinahe immer tödlich endet.
Wenn der Verdacht darauf besteht, dass ein Hund sich mit Tollwut infiziert hat, können auch professionelle Tierärzte dieses Tier nicht mehr retten. Eine Therapie ist laut dem Gesetz nicht vorgesehen und genaugenommen sogar untersagt. Diese Regelung gilt selbst dann, wenn die Krankheit noch gar nicht ausgebrochen ist und theoretisch eine sehr geringe Chance auf die Heilung durch fortgeschrittene Humanmedizin bestünde.
Der einzige Weg, um seinen Hund zuverlässig gegen Tollwut zu schützen, ist die Tollwutimpfung. Sobald ein nicht geimpfter Hund Symptome der Krankheit zeigt, muss dieses Tier eingeschläfert werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Bei einem Hund mit Impfung kann es hingegen bei auftretenden Symptomen höchstens zur Quarantäne kommen.
Schon aufgrund der nationalen Tollwutverordnung kann es sich lohnen, seinem Hund die Impfung zu finanzieren. Andernfalls hast du keine Verhandlungsbasis, wenn dein Vierbeiner doch einmal verdächtige Symptome zeigen oder zufällig mit einem betroffenen Tier in Kontakt kommen sollte. Ohne die Tollwutimpfung würden diese Umstände für ihn das Todesurteil bedeuten.
Aus diesem Grund gilt diese Impfung beim Hund auch heute noch als sogenannte Core-Impfung, zu denen die Impfkommission dringend rät.

Wie die Tollwutimpfung vonstatten geht

Wenn du dazu die Möglichkeit hast, solltest du deinem Hund die Impfung gegen Tollwut schon in seiner 12. Lebenswoche geben lassen. Auf diese Weise kann für eine umfassende und verlässliche Grundimmunisierung gesorgt werden.
In den folgenden Jahren muss je nach Präparat in bestimmten jährlichen Abständen eine Auffrischung der Tollwutimpfung erfolgen, um den weiteren Schutz garantieren zu können.

Wenn du mit deinem Hund in Länder reist, in denen ein erhöhtes Risiko zur Tollwutinfektion besteht, ist die Tollwutimpfung ohnehin gesetzlich verpflichtend. Außerdem liefern internationale Hundeveranstaltungen und Besuche in Tierpensionen Grund dazu, bei deinem Hund die Impfung durchführen zu lassen. Dort kommt dein Vierbeiner nämlich in Kontakt mit vielen Artgenossen, von denen womöglich ein Infektionsrisiko ausgehen könnte.

Wir empfehlen dir, die Tollwutimpfung einfach als Teil deiner Pflichten als Hundehalter anzusehen. Ebenso wie du dich regelmäßig um die Fellpflege, die Ernährung und den Insektenschutz deines Vierbeiners kümmerst, solltest du auch Wert auf einen vollständigen Impfpass legen. Nur so kannst du seine Gesundheit möglichst effektiv aufrechterhalten und ihm ein glückliches Leben ermöglichen.